Streifzüge in Südamerika

Auf dem Amazonas

17. Mai 2012

Von Iquitos nach Santa Rosa

Von Iquitos geht es in 2 Tagen mit dem Boot nach Santa Rosa am Dreiländereck zwischen Peru, Kolumbien und Brasilien. Das Boot hat 2 Decks, auf denen die Passagiere ihre mitgebrachten Hängematten aufhängen.

IMG_7771

Es gibt sogar einen Hahn an Bord, der uns pünktlich zum Früstück weckt.

IMG_7772

Die Zeit verbringe ich mit Lesen und Bewundern des vorbeiziehenden Dschungels und des Himmels.

IMG_7779

Santa Rosa / Leticia / Tabatinga

Nach Ankunft im überschwemmten Santa Rosa geht es mit Abzocker-Taxiboot rüber nach Leticia in Kolumbien, wo ich 2 Nächte, bis zur Abfahrt des Boots nach Manaus, verbringe. Leticia und Tabatinga in Brasilien gehen nahtlos ineinander über und es gibt keine Grenzkontrollen. Beide Städte sind nicht besonders reizvoll.

IMG_7800

Tabatinga hat die wahrscheinlich hässlichste Kirche der Welt.

IMG_7806

Einzige Attraktion in Leticia ist der Parque Santander, in dessen Bäume sich zum Abend Tausende kleiner Papageien zusammenfinden.

Von Tabatinga nach Manaus

Von Tabatinga geht es dann in 3 Tagen auf dem Amazonas Richtung Manaus. Das Boot ist etwas komfortabler und hat ein drittes Deck mit Bar.

IMG_7896

IMG_7854

IMG_7876

Da das 3 Tage zuvor abgefahrene Schiff aufgrund eines Kokainfundes nach Tabatinga zurückkehren musste, war unser Boot ziemlich voll und der Hängemattenplatz extrem eng.

IMG_7857

IMG_7879

Trotz der Enge und wenig Abwechslung genieße ich die Zeit. Der Amazonas ist einfach wunderschön.

IMG_7881

IMG_7870

IMG_7909

IMG_7919

IMG_7880

Manaus

Das Wahrzeichen von Manaus ist das Teatro Amazonas und zufällig wird gerade Mozarts Zauberflöte aufgeführt, was ich mir nicht entgehen lasse.

IMG_7937

IMG_7963

IMG_7940

IMG_7959

Auch wenn ich nicht der große Opernfan bin, ist es ein Erlebnis, einer deutschsprachigen Oper mitten im Amazonas beizuwohnen. Das Deutsch der brasilianischen Schauspieler klingt witzig.

Im Dschungel

07. Mai 2012

Von Iquitos gehe ich mit Fly Catcher Tours / Amazon Adventure Expeditions für fünf Tage auf einen Dschungeltrip.

Der Trip ist interessant, aber, auch auf Grund des etwas unmotivierten und nicht ganz vertrauenswürdigen Guides Israel, bei weitem nicht das große Abenteuer, als das er angepriesen wird und was ich mir vorgestellt habe.

Von Iquitos geht es mit Auto nach Nauta und von dort ca. 2h auf dem Wasser zur Dschungel-Lodge, die gerade so über dem Wasser liegt.

IMG_7411

IMG_7415

IMG_7417

Die Lodge beherbergt einige Haustiere.

IMG_7449

IMG_7563

IMG_7567

IMG_7485

Von der Lodge aus geht es teils paddelnd, teils mit Motorunterstützung in verschiedene Richtung auf Tierbeobachtung.

Wenn auch nicht direkt im Dschungel, sehen wir ein niedliches Äffchen in den Haaren einer Frau in einem überfluteten Amazonasdorf.

IMG_7429

Im Wasser tummeln sich graue und rosa Flußdelfine und ich.

IMG_7453

IMG_7455

IMG_7533

Wir angeln einige kleine Piranhas, die ich dann zum Frühstück verspeisen darf.

IMG_7494

Um den Trip etwas spannender zu gestalten, beschließe ich Ayahuasca auszuprobieren. Ayahuasca ist ein halluzinogen wirkendes Gebräu aus der Ayahuasca-Liane und den Blättern der Psychotria viridis, das im Amazonas-Gebiet traditionell in rituellen Zeremonien zu sich genommen wird.

Israel, der Guide meint, für die Zeremonie muss ein Schamane extra 3h mit dem Boot anreisen und es kostet 150 Soles (ca. 40 Euro). Ich sage, dass ich nur 100 dabei habe, worauf hin er sagt, dass das auch ok ist. Bei der “Zeremonie” stellt sich dann heraus, dass es gar keinen Schamanen gibt. Der Guide will mir den besoffenen Lodge-Angestellten, der aber selbst nur Ayahuasca konsumiert, als Schamanen verkaufen. Letztlich singt der Guide selbst ein bisschen, wedelt Rauch und wir trinken alle einen kräftigen Schluck. Der Besoffene und der Guide erbrechen sich relativ schnell und haben anscheinend schon schöne Visionen, während sich bei mir keine Wirkung zeigt. Ich nehme dann nochmal einen ordentlichen Schluck und langsam fühle ich mich etwas wie betrunken und sehe bei geschlossenen Augen sich schnell bewegende bunte abstrakte Formen und Bilder.

IMG_7562

Ich glaub, dass der Guide mich dann irgendwie versucht zu hypnotisieren, dass ich ihn und die Agentur gut bewerten und weiterempfehlen soll. Kann allerdings auch eine Halluzination gewesen sein :)

Bei mir stellt sich dann die andere typische Nebenwirkung des Ayahuasca ein, der Durchfall. Der Weg zum Klo fühlt sich an, als ob ich in einer Hüpfburg laufe und meine Arme wiederholen sich echoartig, wenn ich sie bewege. Das karierte Hemd macht sich in dem Fall gut. Der Holzfußboden verwandelt sich in eine Ameisen-Kolonie.

Am nächsten Tag geht es einige Stunden mit Boot flußaufwärts um im Dschungel zu campen. Wir teilen das Camp mit einer Familie mit 3 niedlichen Töchtern, die auf Grund des Hochwassers in ihrem Dorf gerade hier lebt.

IMG_7575

IMG_7594

IMG_7686

IMG_7636

Tagsüber machen wir eine recht unspektakuläre Dschungelwanderung. Der Familienvater baut gerade an einem Einbaumboot.

IMG_7612

Ich soll dann meinen Guide später für eine Nachtdschungelwanderung wecken. Als ich ihn wecke, meint er recht unfreundlich, es gäbe jetzt keine Tiere zu sehen, da es geregnet hat. Ich muss ihm das glauben und leg mich auch wieder hin.

Eigentlich sollten wir noch eine zweite Nacht weiter flussaufwärts campen, aber darauf scheint der Guide auch keine Lust zu haben und er meint, es ist das gleiche wie hier und empfiehlt wieder zur Lodge zu fahren. Da ich auch keine große Lust habe, mit dem Guide eine weitere Nacht zu campen, bin ich einverstanden.

Auf der Fahrt zurück zur Lodge entdecken wir dann wenigstens noch einige Affen in den Bäumen.

IMG_7737

IMG_7735

IMG_7741

Am Ende des Trips bittet mich dann der Guide noch um Trinkgeld für die Logde-Angestellten. Da die 100 Soles, die ich für die Ayahuasca Zeremonie ausgegeben habe, aber alles war, was ich dabei hatte, sage ich ihm, dass er einen Teil des Geldes den Angestellten gegen soll, da er mich angelogen hat und es keinen Schamanen gab, der 3h hatte anreisen müssen. Das macht er aber natürlich nicht.

Iquitos

02. Mai 2012

Iquitos, mit ca. 400.000 Einwohnern, 125 km unterhalb des Zusammenflusses der beiden Hauptquellflüsse des Amazonas, Río Ucayali und Río Marañón gelegen, ist die weltweit größte Stadt, die nicht über eine Straße zu erreichen ist.

Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Werner Herzog Film mit Klaus Kinski in der Hauptrolle Fitzcarraldo spielt hier und wurde hier gedreht.

IMG_7243

Meine Unterkunft ist Mad Mick’s Bunkhouse, eine ziemliche Absteige, aber super zentral gelegen und sehr sympathisch.

IMG_7245

IMG_7225

Gleich nach Ankunft nimmt mich der Besitzer Mike mit zum einzigen Golfplatz im Amazonas-Gebiet und lädt mich zu einer Runde Golf auf dem 9-Lock-Kurs ein. Nach 7 Löchern und 88 Schlägen lass ich es gut sein, da meinem Caddy und mir die Hitze ganz schön zu schaffen macht. Ich genieße bei Inca-Cola und Amazonas-Fisch den Ausblick vom Clubhaus.

IMG_7192

IMG_7207

IMG_7195

IMG_7209

IMG_7194

Das wichtigste Fortbewegungsmittel ist das Mototaxi.

IMG_7239

Im Zentrum steht das Casa de Hierro, ein vom Eiffelturm-Architekten entworfenes Metallhaus.

IMG_7236

Belén, ein armer Stadtteil von Iquitos, besteht zum Teil aus Häusern auf hohen Stelzen und zum anderen Teil aus schwimmenden Häusern, um dem regelmäßig steigenden Wasser zu begegnen. In diesem Jahr ist das Wasser aber so hoch, wie lange Zeit nicht mehr und die meisten Stelzenhäuser stehen trotzdem ziemlich unter Wasser. Mit Raul, einem Einheimischen, mache ich eine Bootsfahrt durch die Häuser und er zeigt mir auch das Haus seiner Familie von innen.

IMG_7312

IMG_7259

IMG_7272

IMG_7296

IMG_7282

Am Nachmittag nehme ich ein Mototaxi zum Puerto Bellavista, von wo es mit Boot zur Pilpintuwasi Butterfly Farm (Die Farm beherbergt auch andere Dschungeltiere) und anschließend zu einem Ort mit Anacondas, Affen und Schildkröten geht.

IMG_7350

IMG_7339

IMG_7360

IMG_7379

IMG_7387

IMG_7369

Affe Pepe ist mein Favorit.

IMG_7394

Huaraz

28. April 2012

Huaraz ist eine, auf Grund mehrfacher Zerstörung durch Lawinen und Erdbeben, nicht besonders schöne Stadt am Rande der um so schöneren Cordillera Blanca und Cordillera Huayhuash mit einigen imposanten Sechstausendern.

IMG_6992

Ich wage mich hier an die peruanische Spezialität Meerschweinchen (Cuy picante). Die Fleischportion ist allerdings lächerlich klein und der Geschmack sehr enttäuschend.

cuy picante

Nach dem Santa Cruz Trek in der Cordillera Blanca gehe ich einen Tag in Chancos nahe Huaraz klettern. Nach dem ganzen Trekking die letzten Wochen mal etwas Sport für den Oberkörper.

IMG_7156

IMG_7152

Anschließend geh ich in dem 10 Minuten entfernten warmen Thermalbad von Chancos noch ne Runde schwimmen.

IMG_7160

Santa Cruz Trek

26. April 2012

Der Santa Cruz Trek ist ein 4-Tage Trek in der peruanischen Cordillera Blanca nahe Huaraz. In der Touristeninformation wird mir erzählt, dass es neuerdings verboten ist, den Trek ohne lizenzierten Führer zu machen und dass außerdem eine Lawine einen Teil des Treks zerstört hat und es nicht möglich ist den kompletten Trek zu gehen. Bei einer Agentur erfahre ich, dass das Quatsch ist. Der Trek kann ohne Führer gemacht werden und der von der Lawine zerstörte Teil ist nur von Tragetieren nicht zu überwinden.

Tag 1

Morgens um 6:30 ist Abfahrt in Huaraz. Ich nehme bequemerweise den Transport einer geführten Tour in Anspruch. 6 Stunden später kommen wir in dem kleinen Dorf Vaqueria an, von wo es für mich dann ohne die geführte Gruppe und ihre Pferdekolonne auf den Trek geht.

IMG_7012

IMG_7008

Obwohl es recht feucht ist, kriege ich abends ein kleines Lagerfeuer in Gang.

IMG_7017

Tag 2

Regen und Schnee begleiten mich am zweiten Tag auf dem Anstieg zum Punta Union Pass auf 4.750m.

IMG_7019

IMG_7020

Nebel und Wolken verhindern leider eine Weitsicht, die von hier grandios sein soll.

IMG_7023

Man kann immerhin das von der Lawine verwüstete Tal erblicken.

IMG_7037

Am Abend ist es dann auch gar nicht so leicht, einen Platz für mein Zelt zu finden, da das komplette Tal von Schlamm bedeckt ist. Ich finde dann aber letztlich ein kleines Plätzchen, das ich mir mit ein paar Kühen teile.

IMG_7050

Tag 3

Auf Grund der gewaltigen Schlammlawine, die das Tal einige Wochen vorher bedeckt hat, können geführte Gruppen mit Tragetieren den Teil des Treks nicht begehen, wodurch es menschenleer und trotz der Verwüstung reizvoll ist. Weite Teile des Weges sind nicht mehr vorhanden und man muss sich seinen Weg teils kletternd und teils durch knietiefen Schlamm selbst suchen.

IMG_7070

IMG_7086

IMG_7111

Eine ehemals blauer Bergsee:
IMG_7104

Trotz der Unwegsamkeit des Treks bin ich schon sehr früh am letzten Zeltplatz und habe noch Zeit zu einem kleinen Wasserfall hochzuklettern, von wo ich einen schönen Blick ins Tal hab.

IMG_7138

IMG_7132

IMG_7140

Am Abend gesellt sich dann noch Sau (Super Name), ein spanischer Wanderer zu mir auf den Zeltplatz und wir teilen meinen Kaffee und seinen Joint.

IMG_7137

Tag 4

Am kurzen vierten Wandertag geht es gemeinsam mit Sau durch das hübsche Tal, wo die Lawine nicht hingekommen ist, nach Cashapampa, von wo es mit Collectivo nach Caraz und von dort zurück nach Huaraz geht.

IMG_7145

IMG_7148