Von Iquitos gehe ich mit Fly Catcher Tours / Amazon Adventure Expeditions für fünf Tage auf einen Dschungeltrip.
Der Trip ist interessant, aber, auch auf Grund des etwas unmotivierten und nicht ganz vertrauenswürdigen Guides Israel, bei weitem nicht das große Abenteuer, als das er angepriesen wird und was ich mir vorgestellt habe.
Von Iquitos geht es mit Auto nach Nauta und von dort ca. 2h auf dem Wasser zur Dschungel-Lodge, die gerade so über dem Wasser liegt.



Die Lodge beherbergt einige Haustiere.




Von der Lodge aus geht es teils paddelnd, teils mit Motorunterstützung in verschiedene Richtung auf Tierbeobachtung.
Wenn auch nicht direkt im Dschungel, sehen wir ein niedliches Äffchen in den Haaren einer Frau in einem überfluteten Amazonasdorf.

Im Wasser tummeln sich graue und rosa Flußdelfine und ich.



Wir angeln einige kleine Piranhas, die ich dann zum Frühstück verspeisen darf.

Um den Trip etwas spannender zu gestalten, beschließe ich Ayahuasca auszuprobieren. Ayahuasca ist ein halluzinogen wirkendes Gebräu aus der Ayahuasca-Liane und den Blättern der Psychotria viridis, das im Amazonas-Gebiet traditionell in rituellen Zeremonien zu sich genommen wird.
Israel, der Guide meint, für die Zeremonie muss ein Schamane extra 3h mit dem Boot anreisen und es kostet 150 Soles (ca. 40 Euro). Ich sage, dass ich nur 100 dabei habe, worauf hin er sagt, dass das auch ok ist. Bei der “Zeremonie” stellt sich dann heraus, dass es gar keinen Schamanen gibt. Der Guide will mir den besoffenen Lodge-Angestellten, der aber selbst nur Ayahuasca konsumiert, als Schamanen verkaufen. Letztlich singt der Guide selbst ein bisschen, wedelt Rauch und wir trinken alle einen kräftigen Schluck. Der Besoffene und der Guide erbrechen sich relativ schnell und haben anscheinend schon schöne Visionen, während sich bei mir keine Wirkung zeigt. Ich nehme dann nochmal einen ordentlichen Schluck und langsam fühle ich mich etwas wie betrunken und sehe bei geschlossenen Augen sich schnell bewegende bunte abstrakte Formen und Bilder.

Ich glaub, dass der Guide mich dann irgendwie versucht zu hypnotisieren, dass ich ihn und die Agentur gut bewerten und weiterempfehlen soll. Kann allerdings auch eine Halluzination gewesen sein
Bei mir stellt sich dann die andere typische Nebenwirkung des Ayahuasca ein, der Durchfall. Der Weg zum Klo fühlt sich an, als ob ich in einer Hüpfburg laufe und meine Arme wiederholen sich echoartig, wenn ich sie bewege. Das karierte Hemd macht sich in dem Fall gut. Der Holzfußboden verwandelt sich in eine Ameisen-Kolonie.
Am nächsten Tag geht es einige Stunden mit Boot flußaufwärts um im Dschungel zu campen. Wir teilen das Camp mit einer Familie mit 3 niedlichen Töchtern, die auf Grund des Hochwassers in ihrem Dorf gerade hier lebt.




Tagsüber machen wir eine recht unspektakuläre Dschungelwanderung. Der Familienvater baut gerade an einem Einbaumboot.

Ich soll dann meinen Guide später für eine Nachtdschungelwanderung wecken. Als ich ihn wecke, meint er recht unfreundlich, es gäbe jetzt keine Tiere zu sehen, da es geregnet hat. Ich muss ihm das glauben und leg mich auch wieder hin.
Eigentlich sollten wir noch eine zweite Nacht weiter flussaufwärts campen, aber darauf scheint der Guide auch keine Lust zu haben und er meint, es ist das gleiche wie hier und empfiehlt wieder zur Lodge zu fahren. Da ich auch keine große Lust habe, mit dem Guide eine weitere Nacht zu campen, bin ich einverstanden.
Auf der Fahrt zurück zur Lodge entdecken wir dann wenigstens noch einige Affen in den Bäumen.



Am Ende des Trips bittet mich dann der Guide noch um Trinkgeld für die Logde-Angestellten. Da die 100 Soles, die ich für die Ayahuasca Zeremonie ausgegeben habe, aber alles war, was ich dabei hatte, sage ich ihm, dass er einen Teil des Geldes den Angestellten gegen soll, da er mich angelogen hat und es keinen Schamanen gab, der 3h hatte anreisen müssen. Das macht er aber natürlich nicht.